Garten Brockmann Obernkirchen
2003
1935
1982
Bestandsbewertung



Für eine harmonische und gleichzeitig kontrastreiche Gartenanlage sind optische Reize (Farbe, Form), akustische Reize (Wassermurmeln), flächenhafte Tiefenwirkung (Rasenflächen) Blickbeziehungen, rhythmische Höhenabstufung und Raumwirkung wichtig. Auf der relativ eng begrenzten Fläche des Gartens Brockmann ist dennoch vieles davon umgesetzt worden. Einiges ist davon heute erlebbar, doch droht bei weiterem Pflegeausfall ein unwiederbringlicher Verlust von Ausstattungselementen.

Der Garten Brockmann befand sich im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts auf seinem gestalterischen Höhepunkt, von dem sich bis heute wesentliche Elemente erhalten haben. So wird der Garten aus einer vollständig bewahrten, teilweise aus Sandstein errichteten Einfriedung mit qualitativ hochfertig ausgeführten Gartentoren begrenzt.

Die reiche Ausstattung des Gartens mit Ruhesitzen, die große Laube, der Holzpavillon und der Sitzplatz am Steintisch, sind bis auf das Weinspalier vorhanden, jedoch in unterschiedlich baulichem Erhaltungszustand.

Deutlich kann die Gartenmitte, aufgrund von derzeit ungeschnittenen Buchshecken, Steineinfassungen ehemaliger Beete und den Resten des Springbrunnens, als einstiges Herzstück nachvollzogen werden. Ihre Qualität ergibt sich aus der geometrisch aufwendig zusammengesetzten Form, die in dieser Größe in einem bürgerlichen Garten heute nur noch selten aufzufinden sein dürfte.

Nahezu hundertjährige Einzelgehölze, wie die Magnolie oder die Schwarzkiefer, haben nicht nur einen hohen Alterwert und ökologische Funktion, sondern bestimmen mit ihrem stattlichen Wuchs die Gartenrandbereiche.

Die Grundfläche des Gartens ist in ihrer Größe unverändert geblieben. Die Ausstattung hat zwar aufgrund nachlassender Pflege im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts an Substanz, vor allem an pflanzlicher Fülle, eingebüßt, da jedoch keine grundlegende Überformung des Gartens stattgefunden hat, haben sich Wege, Einfassungssteine, Stauden- und Rodeneinzelpflanzen im Boden erhalten. Durch Rückstandpflege, Sanierung und Ergänzung nach Befund können die wesentlichen Qualitäten aus dem jetzigen Verwilderungszustand herausgearbeitet und wiedergewonnen werden.

Gravierende Störungen oder Entstellendes baulicher Art ist im heutigen Bestand nicht feststellbar. So hat sich im Garten Brockmann ein bürgerlicher Garten aus der Zeit um 1900 als fast vollständige Gesamtanlage erhalten