Garten Brockmann Obernkirchen
1914
1935
1931
Empfehlungen zur Erhaltung und Wiederherstellung


Der derzeitige Befund im Garten Brockmann ist von denkmalwürdigem Bestand. Das Gewicht des Pflege-und Entwicklungskonzeptes liegt auf den pflegenden und erhaltenden Maßnahmen, die durchgeführt werden müssen, um den Garten nachfolgenden Generationen zu überliefern.

Zur Bewahrung der historischen Substanz können regenerative, restaurative, nachbildende und erneuernde Maßnahmen nötig werden. (siehe nachfolgende Karte)


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Unter Regeneration versteht man das Wiederherstellen der natürlichen Komponenten, wie die Entschlammung eines Gewässers oder die Freistellung ehemals solitärer Einzelgehölze.

Restaurierung ist das Bereinigen oder Ergänzen vorhandener Elemente und deren überkommener Substanz, um den erhalt und Fortbestand dieser zu sichern und einem früheren Zustand der Anlage wieder anzunähern, z.B.das Beseitigen von Gehölzsämlingen und Wildkräutern in Schmuckpflanzungen und das Auffüllen der Bepflanzungslücken durch Pflanzen, die nachweislich zum ursprünglichen Bestand zählten.

Unter Nachbildung versteht man in jüngerer Zeit Verlorengegangenes mit Hilfe von greifbaren Resten bzw. fundierten Bestandsplänen zu erneuern, wobei auf die letzte stilistische Erscheinungsform zurückzugreifen ist, z.B. Wege freilegen und neu aufbauen, Heckenreste zu einer geschlossenen Form entwickeln.

Erneuernde Maßnahmen sind sensibel durchgeführte Veränderungen der jetzigen Situation, die im Augenblick unbefriedigend ist, aber im Gegensatz zu Nachbildung oder Rekonstruktion historische Authentizität nicht oberstes Ziel ist, z.B.der Springbrunnen.

Da sich im Garten Brockmann die bisherige private Nutzung nicht weiter fortsetzen lässt, wird bei dem folgenden erarbeiteten Konzept von einer öffentlichen, jedoch kontrollierbaren Nutzung ausgegangen. Das heißt, der Garten sollte durch seine bestehende Einfriedung auch weiterhin vor Vandalismus geschützt und zu bestimmten Zeiten bzw. für öffentliche oder halböffentlich Anlässe zugänglich sein.

Blick aus dem Garten


Abbildung 24: Blick aus dem Garten in den Hinterhof. Rechts im Bild ein Gartenstück mit alten Obstgehölzen, rechts die efeuberankte Wand des Wirtschaftsgebäudes (Foto:H.Schwarz, 2001).


Gegen Neugestaltungswünsche der Nutzer ist insofern nichts einzuwenden, als sie die Denkmalsubstanz nicht beeinträchtigen und als nichthistorisierende Zutaten erkennbar sind, da eine Weiterentwicklung auf dem historischen Hintergrund nicht untersagt werden soll .Es erscheint aber aufgrund der relativ geringen Grundfläche des Gartens sinnvoll, die derzeitige erhaltenswerte Ausstattung zu fördern und nicht durch weitere Elemente zu überfrachten.

Da es sich bei Gärten um eine lebendige Anlage handelt, die den naturgemäßen Veränderungen und Verfallserscheinungen unterworfen ist,muß man sich darüber im Klaren sein, dass Substanzgewinn mehr bedeutet als nur eine Wiederbelebung von Elementen durch einmalige Aktionen, sondern der Erfolg maßgeblich von den langfristigen und andauernden Pflegemaßnahmen abhängig ist.

Durch umfangreiches Säubern und Stabilisieren der Konstruktionen kann aufgearbeitets Altes gezeigt werden, welches den Abstand von der Entstehung zu unserer heutigen Zeit deutlich erkennen lässt. Gartendenkmalpflege bedeutet vor allem, die Aussagekraft des Objekts zu erhalten, was ganz entschieden von der Erhaltung der Originalsubstanz abhängt.22


22 Schomann,2000,S.60ff.