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Empfehlungen
zur Erhaltung und Wiederherstellung
Maßnahmen
an der Vegetation
Bäume
Wie bereits aus der Bestandsbewertung hervorgeht, gibt es
gerüstbildende Bäume, die einen hohen gestalterischen
Wert besitzen. Diese sind bei Abgang unbedingt zur Erhaltung
der Farb- und Raumwirkung durch gleiche Arten an gleicher
Stelle nachzupflanzen.
Die Einzelgehölze (Bäume Nr. 1, 3, 4, 7, 8, 11, 13, 17,
18 der Liste) sind zu erhalten, sie bedrängender Wildwuchs
oder überdimensionierte Sträucher sollten entfernt
oder zurückgeschnitten werden. Der Efeubewuchs am Stamm
bzw. abgestorbene Äste sollten ebenfalls beseitigt werden.
Die Reste der durch Windwurf in jüngster Vergangenheit
verlorenen Blutbuche sind zu beseitigen, der Stubben ggf.
auszufräsen. Die Blutbuche (Fagus sylvatica Atropunicea)
sollte als Ballenware (Hochstamm, 4xv. 18 - 20) an gleicher
Stelle nachgepflanzt werden.
Abbildung
31:Die Situation vor der Wegfreilegung längs der großen
Maueren zeigt einen Verwilderungszustand, in dem die ursprünglichen
pflanzlichen Strukturen und flachen Rasenflächen kaum
noch zu erkennen sind (Foto:H.Schwarz,2001).
Sträucher
Strauchbestände können störend, aber auch wichtige
Bestandteile von Pflanzungen sein, wenn sie nämlich raumbildend
wirken bzw. Durchsichten verhindern.So ist im Einzelfall zu
entscheiden, ob die Gehölze an dieser Stelle von Bedeutung
und gestalterischer Absicht sind, oder ob sie sich willkürlich
ausgebreitet haben. Sträucher,die den Weg bedrängen
sind generell zurückzunehmen.
Die dichten Strauchpflanzungen an der südlichen und östlichen
Gartengrenze sind verjüngend auszudünnen. Dabei
sollten auch die Ahornsämlinge entfernt werden, vor allem
die, die in der Kalktuff-Setzung an der großen Laube
wurzeln. Letztere sind nur oberflächennah abzusägen,
da sonst die Formation des Steingarten zu sehr gestört
wird. Alle anderen sollten, da sie meist vital wieder austreiben,
wenn möglich samt oberflächennahem Wurzelsystem
entfernt werden.
Größere Holunderbestände um den Holzpavillon sind stark
zurückzunehmen.
Die regellos verteilten Ziersträucher auf den ehemaligen
Rasenflächen sollten ersatzlos entfernt werden, oder
wenn eine Umpflanzung erfolgsversprechend ist, können
die Pflanzen auch in einer anderen öffentlichen Grünanlage
wieder eingebracht werden.
Die Laubziersträucher in der Gartenmitte sollten auf ein verträgliches
Maß in ihrem Umfang reduziert werden. Nadelbäume wie
Nr. 12, 14, 19, 21 und weitere in der Buchsformation stehende
Nadelgehölze sowie die Korkenzieherweide sollten ebenfalls
ersatzlos entfernt werden. Sie sind erst in jüngerer
Zeit hinzugefügt worden und werden andernfalls im Verlauf
der Zeit die Dimensionen des Buchsornaments sprengen.
Abbildung
32: Gleicher Standpunkt (wie Abb.31), Blick diagonal auf den
Pavillon gerichtet, der links neben der Schwarzkiefer zu denken
ist .Erste vorsichtige Freilegungsarbeiten sollten so viel
als möglich von der ursprünglichen geometrischen
Figur unter Berücksichtigung der Rosen, Rhododendren
und der Buchshecken herausarbeiten. Ausgepflanzte "Weihnachtsbäume"
sollten entfernt, alle Gehölzsämlinge und der hohe
Grasaufwuchs beseitigt werden (Foto: H.Schwarz,2001).
Stauden, Rosen, Buchshecken
Die Staudenrabatten an der Westmauer und auf den Innenbeeten
des Ornaments sollten wieder in Pflege genommen und neu bestückt
werden. Stauden müssen von Zeit zu Zeit geteilt werden,
um die Pflanzungen zu vitalisieren.
Zunächst sollte der Versuch unternommen werden, durch Unkrautentfernung
die eigentlichen Staudenpflanzen zu selektieren und die Bestandlücken
festzustellen. Wenn es danach für einen adäquaten
Pflegeumfang unumgänglich erscheinen sollte, die Rabatte
komplett herauszunehmen, so ist wenigstens darauf zu achten,
dass brauchbare Einzelpflanzen wiederverwendet werden können.Sind
die Sorten nicht mehr im Handel erhältlich, sollte die
so gesammelte Pflanzenware in einem Beetbereich zusammengefasst
werden.
Dabei ist auf die den historischen Aufnahmen zu entnehmenden
Höhenentwicklung zu achten: wegbegleitend eine niedrige
Polsterstaude, weißblühend, dahinter hohe Frühsommerstauden
wie die Schwertlilie,Taglilien, Akelei, Astern vermutlich
auch Pfingstrosen.
Die Beetrosen an der Buchshecke sind zunächst nur auf
3 bis 4 Augen zurückzuschneiden. Bei vitalem Austrieb
sollten sie das Grundgerüst der umlaufenden Rosenbeete
bilden, die dann in entsprechender Blütenfarbe 23
ergänzt werden sollten.
Die ehemals in mehreren Linien ausgepflanzten Buchshecken
waren sehr niedrig (vgl.Abb.:16), höchsten jedoch auf
25 cm geschnitten.Heute ist nur noch eine Buchshecke vorhanden,
die bereits eine Höhe von 50 cm erreicht hat und entsprechend
breit gewachsen ist .Die vorhandene Buchslinie sollte schrittweise
über mehrere Jahre wieder auf eine Höhe von 25 cm
gebracht werden. Die dabei anfallenden Stecklinge sollten
zur Ergänzung der Hecke, besonders im östlichen
Halbkreis, vermehrt und dort eingepflanzt werden .Für
den Erhalt des Elements ist es nicht zwingend erforderlich,
alle Buchslinien wiederherzustellen. Die Spuren der Vergangenheit,
z.B .die Vereinfachung des Ornaments, tragen zur Authentizität
des überlieferten Gartenbildes bei. 23
Die Rosenblüte war zum Zeitpunkt der Bestandsaufnahme
bereits vorbei, so dass hier keine Aussagen dazu
getroffen werden können. |