Garten Brockmann Obernkirchen
1982
2003
1982
Die jüngere Vergangenheit



In den Kriegs-und Nachkriegsjahren (1940er und 50er Jahre) bauten die Brockmanns wie so viele andere auch auf ihren einstigen Rasenflächen Kartoffeln an.17
Der innere Zierbereich um den Springbrunnen war davon nicht betroffen. Als diese Nutzung wieder aufgegeben werden konnte, sind wohl die Randflächen des Kartoffelgrabelandes in Rabatten umgewandelt und der Rest wieder mit Rasen eingesät worden.


Fam.Brockmann 1950


Abbildung 23: Familientreffen im Garten,deutlich ist das weiße Rosenspalier mit flacher Oberkante zu erkennen (Aufnahme 1950er Jahre,Privatbesitz).


Die ursprünglich ganz aus Metall bestehenden Rosendoppelbögen wurden im Verlauf der Gartenentwicklung mehrfach ausgetauscht.18 Auf den Aufnahmen um 1930 bestehen sie bereits aus einer Eisen-Holzkombination. Zuletzt bestanden sie in den 1950er Jahren aus weiß gestrichenen Holzleitern, so dass die Bogenform verloren ging (vgl.Abb.:23). Wann die rosenberankten Durchgänge aufgegeben wurden, ist unbekannt.

Herr Balg erinnerte sich außerdem an einen Wegbelag aus Schlacke, rote und weiße Rhododendren und streng auf ca. 25 cm geschnittene Buchsbaumeinfassungen.Nach wie vor wurden Taufen und Hochzeiten im Garten gefeiert. Kamen Gäste, wurde der Tisch im Garten gedeckt. So hatte der Garten im Familienleben der Brockmanns stets eine große Rolle gespielt.

Bis 1973 wurde der Garten in weitgehend unveränderter Form erhalten und gepflegt. Bis dahin bemühte sich Else Brockmann liebevoll um den Garten. Nach ihrem Tod versorgte ihn Erich Brockmann. Als auch seine Kräfte in die 90er Jahren nachließen, überließ er Nutzung und Pflege dem Mieter Kiesewetter und seiner Familie. Der kleine Teich am Wirtschaftsgebäude stammt höchstwahrscheinlich aus dieser Zeit. Notwendige Sanierungsmaßnahmen an der Gartenausstattung und die kontinuierliche Gartenpflege im Sinn der ursprünglichen Gestaltungsintension müssen schon zu dieser Zeit ausgesetzt haben. Mit dem Tod Erich Brockmanns brach die Verbindung der Familie zum Garten in Obernkirchen endgültig ab. Haus und Garten wurden verkauft.

Bei den Planungen zur Sanierung des Altstadtkerns von Obernkirchen wurde die Stadtverwaltung auf die historischen Gartenstrukturen an der Langen Straße aufmerksam. Der für dieses Stadtgebiet aufgestellte Bebauungsplan setzte durch die Zweckbestimmung "Gartenland" die Erhaltung der Gärten fest. Für den Garten Brockmann, Lange Str.27, sind außerdem noch erhaltenswerte Einzelgehölze (Magnolie, Birke, Schwarzkiefer, Blutbuche) festgesetzt worden. Die Planungsziel der Stadtkernsanierung sehen eine nachhaltige Steigerung der Lebensqualität der Innenstadtbewohner durch Schaffung öffentlicher Grünflächen vor.

Nach umfangreicher baulicher Stadtsanierung hat die Stadt Obernkirchen den Beschluss gefasst, den Garten zu erwerben, um ihn aufgrund seiner besonderen städtebaulichen Bedeutung und reichen Ausstattung zu erhalten.


17 Balg,mündliche Auskunft 2001. Der Neffe von Erich Brockmann, Georg Balg in Mainz, kennt den Garten noch zu Lebzeiten seiner Tante Else. Seine Erinnerungen gab er 2001 bei einem Gespräch in Obernkirchen zu Protokoll.

18 Balg,mündliche Auskunft,2001.