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Die
jüngere Vergangenheit
In
den Kriegs-und Nachkriegsjahren (1940er und 50er Jahre) bauten
die Brockmanns wie so viele andere auch auf ihren einstigen
Rasenflächen Kartoffeln an.17 Der innere Zierbereich
um den Springbrunnen war davon nicht betroffen. Als diese
Nutzung wieder aufgegeben werden konnte, sind wohl die Randflächen
des Kartoffelgrabelandes in Rabatten umgewandelt und der Rest
wieder mit Rasen eingesät worden.
Abbildung
23: Familientreffen im Garten,deutlich ist das weiße Rosenspalier
mit flacher Oberkante zu erkennen (Aufnahme 1950er Jahre,Privatbesitz).
Die
ursprünglich ganz aus Metall bestehenden Rosendoppelbögen
wurden im Verlauf der Gartenentwicklung mehrfach ausgetauscht.18
Auf den Aufnahmen um 1930 bestehen sie bereits aus einer Eisen-Holzkombination.
Zuletzt bestanden sie in den 1950er Jahren aus weiß
gestrichenen Holzleitern, so dass die Bogenform verloren ging
(vgl.Abb.:23). Wann die rosenberankten Durchgänge aufgegeben
wurden, ist unbekannt.
Herr Balg erinnerte sich außerdem an einen Wegbelag
aus Schlacke, rote und weiße Rhododendren und streng
auf ca. 25 cm geschnittene Buchsbaumeinfassungen.Nach wie
vor wurden Taufen und Hochzeiten im Garten gefeiert. Kamen
Gäste, wurde der Tisch im Garten gedeckt. So hatte der
Garten im Familienleben der Brockmanns stets eine große
Rolle gespielt.
Bis 1973 wurde der Garten in weitgehend unveränderter Form
erhalten und gepflegt. Bis dahin bemühte sich Else Brockmann
liebevoll um den Garten. Nach ihrem Tod versorgte ihn Erich
Brockmann. Als auch seine Kräfte in die 90er Jahren nachließen,
überließ er Nutzung und Pflege dem Mieter Kiesewetter
und seiner Familie. Der kleine Teich am Wirtschaftsgebäude
stammt höchstwahrscheinlich aus dieser Zeit. Notwendige
Sanierungsmaßnahmen an der Gartenausstattung und die kontinuierliche
Gartenpflege im Sinn der ursprünglichen Gestaltungsintension
müssen schon zu dieser Zeit ausgesetzt haben. Mit dem Tod
Erich Brockmanns brach die Verbindung der Familie zum Garten
in Obernkirchen endgültig ab. Haus und Garten wurden verkauft.
Bei den Planungen zur Sanierung des Altstadtkerns von Obernkirchen
wurde die Stadtverwaltung auf die historischen Gartenstrukturen
an der Langen Straße aufmerksam. Der für dieses
Stadtgebiet aufgestellte Bebauungsplan setzte durch die Zweckbestimmung
"Gartenland" die Erhaltung der Gärten fest.
Für den Garten Brockmann, Lange Str.27, sind außerdem
noch erhaltenswerte Einzelgehölze (Magnolie, Birke, Schwarzkiefer,
Blutbuche) festgesetzt worden. Die Planungsziel der Stadtkernsanierung
sehen eine nachhaltige Steigerung der Lebensqualität
der Innenstadtbewohner durch Schaffung öffentlicher Grünflächen
vor.
Nach umfangreicher baulicher Stadtsanierung hat die Stadt Obernkirchen
den Beschluss gefasst, den Garten zu erwerben, um ihn aufgrund
seiner besonderen städtebaulichen Bedeutung und reichen
Ausstattung zu erhalten.
17 Balg,mündliche Auskunft 2001. Der Neffe von Erich Brockmann,
Georg Balg in Mainz, kennt den Garten noch zu Lebzeiten seiner
Tante Else. Seine Erinnerungen gab er 2001 bei einem Gespräch
in Obernkirchen zu Protokoll.
18 Balg,mündliche Auskunft,2001. |