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Empfehlungen
zur Erhaltung und Wiederherstellung
Maßnahmen
für Wege und Plätze
Durch
das Wegesystem erhält der Garten seine wesentliche Hauptstruktur.
Es erfüllt als gestaltendes Element neben rein funktionalen
Aspekten, wie der Geländeerschließung, auch künstlerische
Aufgaben, wie die Geländegliederung.
Die Wegeerschließung im gesamten Garten ist lückenhaft. Viele
Partien sind von Gras überwachsen. Da die Wege mit Industrieschlacke
befestigt wurden, sind sie im Gelände leicht durch Beseitigen
der Grasdecke wiederauffindbar.
Die Kantensteine der Rabatten sollten möglichst am Ort
verbleiben. Sollten sie doch für die Erneuerung ausgebaut
werden müssen, sind sie für die Wiederverwendung
an gleicher Stelle aufzubewahren und wieder einzubauen.
Abbildung
29: Blick vom Gartenweg nahe am Eingang in die Diagonale des
Gartens. Im Hintergrund kann die Birke Orientierung geben.
Die ehemals offene Rasenfläche bis zur Buchshecke ist
mit verschiedenen Ziersträuchern vollgestellt. Diese
müssen zugunsten der notwendigen Freizügigkeit entfernt
werden.(Foto:H.Schwarz, 2001)
Deshalb
sollten die Wege in ihrer gesamten Länge und Breite ergraben
und nach Befund in wassergebundener Bauweise möglichst
unter Erhalt der alten Tragschicht ergänzt werden. Dies
gilt auch für den Sitzplatz am Steintisch. Da die Schlacke
ein dunkles Aussehen hatte, sollte die neue Wegedecke ebenfalls
eine gedeckte, z.B. eine dunkle Ockerfarbe haben. Handelsübliche
Mischungen wie "Lüneburger Promenadengrand",
"Stiefmutterkies" oder "Sabalith" können
empfohlen werden.
Wegelinien,die keine Kanten besitzen, sollten eine punktuelle
Markierung (keine Bandeisen!, sondern Stahlstifte oder Stahlröhrchen)
alle 50 cm bis 1 m erhalten, damit der mühsam wiederhergestellte
Verlauf beim Kantenschneiden eingehalten werden kann.
Die Pflasterung vor der Treppe ist nicht historisch und sollte
bei den Wegearbeiten entfernt werden.
Abbildung
30: Gleicher Standort wie Abb.29, jedoch mit Blick nach Westen.
Der zugewachsene Gartenweg führt zur großen Laube.
Der Weg sollte auf die ursprüngliche Breite freigelegt,
die Sträucher rechts sind einem reduzierenden Verjüngungsschnitt
zu unterziehen. Im Bildmittelgrund ist die alte Magnolie zu
erkennen. Sie sollte diesen Bereich dominieren, alle nahe
beigefügten Ziersträucher sind deshalb ersatzlos
zu entfernen.(Foto:H.Schwarz, 2001).
Alle
wiederhergestellten Wege verursachen einen regelmäßigen
Pflegeaufwand.So sollte beispielweise das Laub nicht so lange
auf den Wegen liegen bis es bereits Humus bildet, der nur
mühsam wieder zu beseitigen ist. Weiterhin muß,
wenn der Befund kein Gefälle angibt, für ein gewölbtes
Wegeprofil gesorgt werden. Die kiesige Verschleißschicht
ist ggf. jährlich zu ergänzen.
Zur öffentlichen Nutzung des Gartens sollte hier noch eine
Anmerkung zur Beleuchtung der Wege erfolgen. Da das Gartengrundstück
bis heute in seiner privaten Nutzung ohne elektronische Beleuchtung
ausgekommen ist, sollte dies die Basis etwaiger Überlegungen
in dieser Richtung sein. Alternativen temporärer Art
wie Fackeln oder Öllampen ist unbedingt der Vorzug zu
geben, wenn der Garten bei Festivitäten in den Abendstunden
aufgesucht wird.
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