Garten Brockmann Obernkirchen
1935
1930
1931
Empfehlungen zur Erhaltung und Wiederherstellung

Maßnahmen für Wege und Plätze



Durch das Wegesystem erhält der Garten seine wesentliche Hauptstruktur. Es erfüllt als gestaltendes Element neben rein funktionalen Aspekten, wie der Geländeerschließung, auch künstlerische Aufgaben, wie die Geländegliederung.

Die Wegeerschließung im gesamten Garten ist lückenhaft. Viele Partien sind von Gras überwachsen. Da die Wege mit Industrieschlacke befestigt wurden, sind sie im Gelände leicht durch Beseitigen der Grasdecke wiederauffindbar.

Die Kantensteine der Rabatten sollten möglichst am Ort verbleiben. Sollten sie doch für die Erneuerung ausgebaut werden müssen, sind sie für die Wiederverwendung an gleicher Stelle aufzubewahren und wieder einzubauen.


Blick vom Gartenweg


Abbildung 29: Blick vom Gartenweg nahe am Eingang in die Diagonale des Gartens. Im Hintergrund kann die Birke Orientierung geben. Die ehemals offene Rasenfläche bis zur Buchshecke ist mit verschiedenen Ziersträuchern vollgestellt. Diese müssen zugunsten der notwendigen Freizügigkeit entfernt werden.(Foto:H.Schwarz, 2001)


Deshalb sollten die Wege in ihrer gesamten Länge und Breite ergraben und nach Befund in wassergebundener Bauweise möglichst unter Erhalt der alten Tragschicht ergänzt werden. Dies gilt auch für den Sitzplatz am Steintisch. Da die Schlacke ein dunkles Aussehen hatte, sollte die neue Wegedecke ebenfalls eine gedeckte, z.B. eine dunkle Ockerfarbe haben. Handelsübliche Mischungen wie "Lüneburger Promenadengrand", "Stiefmutterkies" oder "Sabalith" können empfohlen werden.

Wegelinien,die keine Kanten besitzen, sollten eine punktuelle Markierung (keine Bandeisen!, sondern Stahlstifte oder Stahlröhrchen) alle 50 cm bis 1 m erhalten, damit der mühsam wiederhergestellte Verlauf beim Kantenschneiden eingehalten werden kann.

Die Pflasterung vor der Treppe ist nicht historisch und sollte bei den Wegearbeiten entfernt werden.

Blick vom Gartenweg


Abbildung 30: Gleicher Standort wie Abb.29, jedoch mit Blick nach Westen. Der zugewachsene Gartenweg führt zur großen Laube. Der Weg sollte auf die ursprüngliche Breite freigelegt, die Sträucher rechts sind einem reduzierenden Verjüngungsschnitt zu unterziehen. Im Bildmittelgrund ist die alte Magnolie zu erkennen. Sie sollte diesen Bereich dominieren, alle nahe beigefügten Ziersträucher sind deshalb ersatzlos zu entfernen.(Foto:H.Schwarz, 2001).


Alle wiederhergestellten Wege verursachen einen regelmäßigen Pflegeaufwand.So sollte beispielweise das Laub nicht so lange auf den Wegen liegen bis es bereits Humus bildet, der nur mühsam wieder zu beseitigen ist. Weiterhin muß, wenn der Befund kein Gefälle angibt, für ein gewölbtes Wegeprofil gesorgt werden. Die kiesige Verschleißschicht ist ggf. jährlich zu ergänzen.

Zur öffentlichen Nutzung des Gartens sollte hier noch eine Anmerkung zur Beleuchtung der Wege erfolgen. Da das Gartengrundstück bis heute in seiner privaten Nutzung ohne elektronische Beleuchtung ausgekommen ist, sollte dies die Basis etwaiger Überlegungen in dieser Richtung sein. Alternativen temporärer Art wie Fackeln oder Öllampen ist unbedingt der Vorzug zu geben, wenn der Garten bei Festivitäten in den Abendstunden aufgesucht wird.