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Der
Ort Obernkirchen und die Stiftsanlage sind auf einem Ausläufer
des Bückeberges angelegt, der im Westen abbricht und sich
dann sanft in die Ebene herunterzieht. Die bevorzugte Wohnlage
an der Westseite der Langen Strasse, mit ihrem freien Blick
in die nordwestdeutsche Tiefebene, wurde von der bürgerlichen
Oberschicht der Stadt genutzt. Hausbesitzer waren Bürgermeister,
Kellerwirte, Pfarrer, Kaufleute, Beamte, Apotheker und Ärzte.
Vor etwa 150 Jahren begann die Umgestaltung der vormals
reinen Nutzgärten hinter den Häusern in parkähnliche Anlagen.
Ein Teil des gesellschaftlichen und innerfamiliären Lebens
verlagerte sich aus den Häusern in die Gärten, die mehr
und mehr repräsentative Bedürfnisse befriedigen mussten.
Es wurden besondere Aufenthaltsorte, wie Grotten, Lauben
oder Pavillons geschaffen. Man legte Wege an, fügte Zierelemente
wie Brunnen, Steintische, Schmuckvasen oder Beeteinfassungen
ein, gestaltete Torsituationen und pflanzte dekorative Solitärbäume,
Blumenrabatten oder Zierbüsche an.
Die meisten dieser Gärten sind inzwischen, durch Bebauung
oder Anlage von Parkflächen, unwiderbringlich verloren. Andere
sind umgestaltet oder umgenutzt worden. Von den wenigen erhaltenen
historischen Hausgärten ist der Garten Brockmann aufgrund
seiner Ausstattung und seines Erhaltungszustandes von herausragender
Bedeutung für das Stadtbild.
Die Stadt Obernkirchen hat durch Erwerb dieses Denkmal gesichert.
In ehrenamtlicher Arbeit bemühen sich interessierte Bürger,
besonders aber die Ortsgruppe des NABU, um die Pflege und
den Erhalt des Gartens.
Von Anfang an sind Kinder und Jugendliche in die Pflegemassnahmen
eingebunden. Sie nehmen den verwilderten Garten als wertvolles
Kulturdenkmal wahr und begreifen seine Bedeutung für die Lebensqualität
einer Familie. Die "Umweltwichtel" werden auch bei späteren
Nutzungskonzepten entscheidend mit eingebunden. |