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Das
Blatt Obernkirchen , des Grenzatlasses von Johan Rüstmeister,
zeigt die Situation im Jahre 1733 ( siehe
Abbildung > ). Dicht hinter den Häusern im Westen
verlief der Stadtgraben und die, gelb markierte, Grenze
zu Schaumburg-Lippe. Dahinter lagen die Nutzgärten und Felder
der Anwohner der Langen Strasse. Als Teilselbstversorger
lebten die Einwohner in ackerbürgerähnlichen Verhältnissen.
Gestaltete Gärten befanden sich zu dieser Zeit, für die
Obernkirchener Öffentlichkeit unzugänglich, hinter den Mauern
des Stiftes ( siehe
Karte/1730 > ), oder in der Meierei des Bergrates
von Cölln auf dem Gelände der alten Bückeburg.( siehe
Karte/1770 > )
Um 1750 ist der alte Stadtgraben zugeschüttet worden. Die
Anwohner erhielten einzelne Parzellen auf dem ehemaligen
Graben in der Breite ihrer Grundstücke und auf diese Weise
Verbindung mit ihren jenseitigen Feldstücken. Der Weg der
hinter diesen Grundstücken entlang führte heisst deshalb
bis heute "Hinter dem Graben".
Ein grosser Garten entstand auf diese Weise hinter den Häusern
33 und 34 der Familie Bradt. Auf dem Grundstück befand sich
eine grosse Fachwerkscheune in dem sowohl Kühe und Pferde
gehalten wurden, als auch Handelsgüter gelagert wurden.
Ludwig Bradt wurde 1780 zum Stiftverwalter bestellt, heiratete
1800 die Stiftsdame Dorothea von Münchhausen und zog um
in das kurz zuvor errichtete Stiftsverwalterhaus.( siehe
Katasterplan / 1778 >)
Etwa zwanzig Jahre befand sich das Grundstück dann im Besitz
des "Hofmedicus" Dr. Carl Schmidt aus Bückeburg. Er gehörte
zu den Gründungsvätern des Bades Eilsen, fiel aber am Bückeburger
Hof in Ungnade, und siedelte nach Obernkirchen um. Der Grund
dafür war seine konspirative Haltung bei der vorübergehenden
Besetzung Schaumburg-Lippes 1787 durch den hessischen Kurfürsten.
1821 wird der Arzt Dr. Ferdinand Brockmann als Amtsphysikus
nach Obernkirchen berufen.Er erwirbt die Häuser Nr. 33 und
34 und das dazugehörige Gartengrundstück als Domizil für
sich und seine Familie. Über 150 Jahre ist dieser Besitz
in der Familie Brockmann verblieben.
Aus dem Familienarchiv Brockmann, das teils in Privatbesitz
ist und teils als eigenes Depositum im Nds. Staatsarchiv
in Bückeburg liegt, ist eine Fülle schriftlicher und fotografischer
Quellen zur wechselnden Nutzung und Gestaltung des Gartens
erhalten geblieben. Im schriftlichen Familiennachlass ist
erstmalig in einem Bericht aus dem Jahre 1849 von "einem
schönen Garten" hinter dem Hause Nr. 33 die Rede.( Karte/
1904 > )
Auf dieser Grundlage ist auch eine vorsichtiges Nachempfinden
der Grundgestaltung des Gartens und seiner erhalten gebliebenen
Relikte möglich geworden. In seiner jetzt noch erkennbaren
Form ist der Garten bis in die siebziger Jahre erhalten
und gepflegt worden.
Sehr aufwendig gestaltete Gärten besaßen in der Nachbarschaft
noch der Apotheker Pape und das Hotel "Deutscher Kaiser".(
siehe Abbildung >
)
Im Jahre 1880 bzw. 1900 ließen die Kaufleute Gebrüder Brockmann
die beiden alten Fachwerkhäuser Nr. 33 und 34 abreissen
und mit aufwendig gestalteten Fassaden zur Strassenseite
hin neu errichten. ( siehe
Abbildung vor 1880 >) ( nach
dem Umbau > )
In dieser Zeit ist vermutlich der Garten in der jetzt nachvollziehbaren
Form umgestaltet worden und bis in die siebziger Jahre durch
die Familie Brockmann genutzt, erhalten und gepflegt worden.
( Luftaufnahme >
)
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